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Mobbing

Am Arbeitsplatz schreit der Vorgesetzte seine Angestellte an

Mobbing macht krank

Mobbing ist keine Krankheit, Mobbing kann allerdings der Auslöser für ernsthafte Erkrankungen und psychosomatische Störungen sein. Mit speziellen Therapieangeboten helfen Ärzte und Therapeuten in den Kliniken der AHG den Betroffenen, Wege der Bewältigung zu finden.

Ein Hinweis vorab: Persönliche Beratung und Orientierung bei Mobbing erhalten Betroffene und Angehörige bei der AHG-Beratungshotline unter Tel. 01801-244 222 und beratung@ahg.de. Gezielte Therapieangebote bieten die folgenden AHG-Standorte an: Berus, Bad Dürkheim, Bad Pyrmont, Im Odenwald, Münchwies, Schweriner See, Waren.

Speziell zum Thema "Mobbing in der Schule" gibt es ein Angebot in Beelitz-Heilstätten.

Was ist Mobbing?

Mobbing beinhaltet, dass jemand am Arbeitsplatz von Kollegen, Vorgesetzten oder Untergebenen schikaniert, belästigt, drangsaliert, beleidigt, ausgegrenzt oder beispielsweise mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht wird. In der Öffentlichkeit werden die Betroffenen heute vielfach auch als „Mobbingopfer“ bezeichnet. Um Mobbing handelt es sich, wenn ein solches Verhalten häufig und wiederholt auftritt und sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Häufigkeit von Mobbing

Rund drei Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Doch auch für Kinder und Jugendliche ist Mobbing in der Schule bereits Realität. Die Dunkelziffer ist hoch, da sich Mobbingopfer nur in letzter Konsequenz an die Öffentlichkeit wenden. Immer mehr Arbeitgeber und Schulen erkennen, welche gravierenden und finanziellen Folgen Mobbing mit sich bringen kann und arbeiten daran, Mobbing durch gezielte Aufklärung im Vorfeld zu verhindern.

Folgen für Mobbingopfer

Neben Kränkung und reduzierter Leistungsfähigkeit leiden Mobbingopfer zumeist unter ausgeprägten körperlichen und seelischen Beschwerden:

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Nervosität
  • Depressionen
  • Erschöpfungszustände
  • Angstreaktionen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Selbstwertkrisen
  • Tinnitus
  • Suizidalität (Selbstmordgefährdung)
  • Albträume
  • erhöhte Medikamenteneinnahme
  • erhöhter Alkoholkonsum

Weitere Folgen für Mobbingopfer

Opfer von „Mobbing am Arbeitsplatz“ zeigen darüber hinaus:

  • Dienst nach Vorschrift
  • Misstrauen
  • Ohnmachtsgefühle
  • Innere Kündigung
  • stark reduzierte Leistungsfähigkeit

Opfer von „Mobbing in der Schule“ reagieren mit  

  • ablehnendem Schulverhalten
  • massiven Trennungsängsten, da sie ihre beschützende familiäre Umgebung nicht verlassen möchten.

Mobbingopfer und ihr persönliches Umfeld

Zumeist gerät auch das gesamte persönliche Umfeld eines Mobbingopfers durch die Folgen von Mobbing in Mitleidenschaft. So macht sich die immense psychische Belastung der Mobbingopfer nicht selten etwa in übertriebenen Reaktionen bei Konflikten in Partnerschaft und Familie bemerkbar.

Hilfe bei Mobbing durch spezielle Therapieangebote

Mobbingopfer bedürfen einer umfassenden, gezielten Behandlung, die die wesentlichen beiden Aspekte berücksichtigt:

  • die Aufarbeitung des eigentlichen Mobbing-Geschehens
  • die Therapie der Krankheitssymptome

Mit den speziell entwickelten Therapieangeboten der AHG-Kliniken lernen vor allem Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz und Mobbing in der Schule, eigene Lösungswege zu finden und eine neue sinnvolle Arbeits- und Lebensperspektive aufzubauen.

So erkennt man Mobbing

Mobbingopfer werden von einem Einzelnen oder einer Gruppe nachhaltig über einen längeren Zeitraum hinweg geärgert, gemieden oder schikaniert. Häufig bedeutet das:

  • Mobbingopfer erhalten nicht die Möglichkeit sich mitzuteilen, sie werden ständig unterbrochen.
  • Sie werden bewusst gemieden.
  • Betroffene erhalten sinnlose Aufgaben oder Tätigkeiten, die ihre Kompetenzen weit überschreiten.
  • Das Mobbingopfer wird belächelt.
  • Die Privatsphäre der Betroffenen wird lächerlich gemacht.
  • Es kursieren Gerüchte über das Mobbingopfer.
  • Mobbingopfer werden isoliert, man enthält ihnen wichtige Informationen vor oder gibt ihnen falsche Auskünfte.
  • Sie werden verbal bedroht oder gedemütigt.
  • Selten leiden Mobbingopfer auch unter Androhung und Ausübung körperlicher Gewalt.

Dauerhafte Ausgrenzungen oder Übergriffe dieser Art führen bei vielen Mobbingopfern zu körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen. Viele Mobbingopfer sind über einen längeren Zeitraum hinweg krank.

Wo kann Mobbing auftreten?

Mobbing kann in allen gesellschaftlichen Schichten und Sparten auftreten. Die bekanntesten Formen sind Mobbing am Arbeitsplatz und Mobbing in der Schule.

Ursachen für Mobbing

Steigender Leistungsdruck und veränderte gesellschaftliche Verhältnisse begünstigen die Mobbing-Entstehung. Mobbingopfer geraten vielfach auf Grund äußerer und sozialer Auffälligkeiten in den Fokus. Weitere Faktoren sind mit dem jeweiligen Schauplatz und den dort bestehenden Strukturen verbunden:

Mobbing am Arbeitsplatz

Experten unterscheiden hier zwischen „Bossing“ seitens des Vorgesetzten und „Staffing“, dem Mobbing gleichgestellter oder unterstehender Rangfolgen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dafür verantwortlich sein:

  • Schlechtes Betriebsklima
  • Drohender Arbeitsplatzverlust
  • Arbeitsüberlastung
  • Existenzängste
  • Unter- oder Überforderung am Arbeitsplatz
  • Probleme bei der Konfliktbewältigung
  • Verständigungsprobleme
  • Fehlende oder schlechte Stressverarbeitung
  • Erhöhte Kränkbarkeit

Mobbing in der Schule

  • Erhöhter schulischer Druck
  • Fehlende Fürsorge
  • Fehlende Familienstrukturen
  • Erhöhte Gewaltbereitschaft
  • Fehlender Respekt im Umgang mit anderen
  • Fehlendes Freizeitangebot 

Erste Hilfe bei Mobbing

Beeinflusst wird das Entstehen von Mobbing auch von Seiten des potentiellen Opfers, das eine solche Behandlung dauerhaft zulässt. Wichtig ist daher, Mobbing zu thematisieren, anstatt es aus falsch verstandener Scham zu verheimlichen.

Ist eine Bewältigung vor Ort nicht möglich oder erfolgreich, sollten sich Mobbingopfer eine „Auszeit“ nehmen. Für Betroffene, die unter massiven psychischen und körperlichen Beschwerden leiden, kann eine stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Fachklinik der AHG hilfreich sein.

Ziele der Behandlung von Mobbingopfern

Im Fokus einer Therapie von Mobbingopfern stehen deren Stabilisierung und die Wiederherstellung ihrer beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit. Außerdem gilt es, die körperlichen und seelischen Beschwerden zu verringern oder ganz zu beseitigen.

Die Therapie setzt sich aus vier verschiedenen Phasen zusammen:

  • Distanz zu schaffen
  • die Zusammenhänge der Mobbingsituation verstehen zu lernen, „hinter die Kulissen zu schauen“
  • Entscheidungen zur beruflichen Zukunft zu treffen und
  • handlungsorientierte Bewältigungsschritte einzuüben.

Hinzu kommt ein individuelles Motto, das für die weitere berufliche Perspektive unverzichtbar ist.

Im Einzelnen kann dabei wichtig sein:

  • Das Erkennen der Eigen- und Fremdanteile von Mobbingopfer und Mobber am Konflikt
  • Die Erarbeitung neuer Konfliktlösestrategien
  • Die Erweiterung der sozialen Kompetenz
  • Das Erlernen einer besseren Stressbewältigung
  • Die Steigerung der Lebensfreude und Lebensqualität im Alltag
  • Die Wiederherstellung des Vertrauens in das eigene Können
  • Der Abbau von Schuld- und Schamgefühlen
  • Die Erstellung eines persönlichen Behandlungsplanes, um Auswege aus der Rolle des Mobbingopfers zu finden

Dauer der Behandlung von Mobbingopfern

Die Behandlung von Mobbingopfern umfasst in der Regel 5 - 6 Wochen und bezieht alle Aspekte des Mobbing mit ein.

Therapiebausteine in der Behandlung von Mobbingopfern

  • Psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapie, wie die Mobbing-Gruppe
  • Medizinische Versorgung
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Soziotherapie
  • Sporttherapie
  • Entspannungstherapie
  • Therapeutische Belastungserprobungen
  • Störungsspezifische Gruppentherapie wie etwa Angstbewältigung oder Tinnitusgruppe
  • Familiengespräche

Die speziellen Therapieangebote der AHG-Kliniken erleichtern Mobbingopfern und ihren Familien, eigene Lösungswege zu finden und eine neue sinnvolle Arbeits- und Lebensperspektive aufzubauen.