Bei der Angstreaktion handelt es sich grundsätzlich um eine Stressreaktion, die den menschlichen Organismus in einen Alarmzustand versetzt. Der Körper soll darauf vorbereitet werden, körperliche Höchstleistungen zu erbringen, um eine bevorstehende Bedrohungssituation entweder durch Flucht oder Kampf zu lösen. Bei Angstpatienten wurde diese biologisch zum Überleben notwendige Reaktion auf eigentlich neutrale und objektiv „harmlose“ Auslösereize gekoppelt, ohne dass der Patient in seiner Wahrnehmung die Möglichkeit hat, diese Situation konstruktiv zu lösen, weshalb oft nur die Flucht und Vermeidung als mögliche Umgehensstrategie gesehen wird. Verhaltenstherapeutisch wird dabei von einem Lernprozess gesprochen, der irgendwann im Leben zu dieser ungünstigen Koppelung beigetragen hat. Dabei unterscheiden sich die Erklärungsmodelle für die Entstehung von spezifischen Phobien, der Agoraphobie, der Panikstörung und der Generalisierten Angststörung in der jeweiligen Gewichtung von auslösenden Faktoren, gedanklichen („kognitiven“) und körperlichen Ursachen und den konkreten Verhaltensweisen. Zusätzlich spielen auch familiäre („Modelllernen“) und lebensgeschichtliche Faktoren eine Rolle; ebenfalls wichtig sind etwa körperliche Vorerkrankungen, auch bei Angehörigen.
