AHG - Allgemeine Hospitalgesellschaft Aktiengesellschaft: Neurologie  
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Schädel-HirnTrauma

Messung der Gehirnströme einer Patientin durch EEG

Der Begriff umfasst Verletzungen des Schädels und des Zentralnervensystems. Ursächlich für Schädel-Hirn-Verletzungen sind in 40-50% Verkehrsunfälle, in 20-30% Stürze und Sportunfälle in ca. 35%.

Die Beteiligung des Gehirnes im Rahmen von Kopfverletzungen kann nach verschiedenen Gesichtspunkten unterteilt werden.

Von einer Schädelprellung spricht man, wenn das Bewusstsein erhalten bleibt und keine neurologischen Ausfallsymptome bestehen.

Bei der Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) liegt eine Bewusstlosigkeit von weniger als 1 Stunde vor oder ein Gedächtnisverlust weniger als 8 Stunden. Sie heilt in ca. 5 Tagen vollständig aus. Die Patienten haben in der Regel lediglich eine Gedächtnislücke (retrograde Amnesie) und Übelkeit zu beklagen.

Bei der Hirnkontusion (Contusio cerebri) kommt es zu einer Substanzschädigung von Gehirngewebe. Dies geht üblicherweise mit einer Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücke (Amnesie) von mehr als 1 Stunde einher sowie abhängig vom Ort der Substanzschädigung mit neurologischen Ausfallserscheinungen. Diese können vielfältig sein: Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen, Doppelbilder, Sprachstörungen, Hirnleistungsstörungen wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Beeinträchtigungen der räumlichen Wahrnehmung, Störung der Funktion des Planens und Problemlösens. Bildgebend (Magnetresonanztomografie) kann die Kontusionsschädigung dargestellt werden.

Das postkontusionelle Syndrom beschreibt einen Symptomkomplex bestehend aus Hirnleistungsstörungen, Wesensveränderung und Kopfschmerzen im Anschluss an eine Hirnverletzung.

Neben der oben aufgeführten klassischen Einteilung wird die Schwere eines Schädel-Hirn-Traumas heute überwiegend nach der Dauer des Gedächtnislücke (weniger als  1 Stunde, weniger als 24 Stunden, mehr als 24 Stunden) oder der Dauer der Bewusstlosigkeit eingeteilt.

Neben der Substanzschädigung von Hirngewebe kann es komplizierend zur Beteiligung benachbarter Strukturen kommen:

Hirnblutungen in das Hirngewebe (parenchymatöse Hirnblutung) oder die umgebenden Strukturen (Subarachnoidalblutung, Subduralblutung, Epiduralblutung).

Weiterhin kann es zu Knochenbrüchen im Bereich des Schädelknochens kommen (offenes und geschlossenes Schädel-Hirn-Trauma: mit und ohne Eröffnung des Liquorraumes, Kalottenfraktur, Schädel-Basis-Fraktur, Impressionsfraktur).