Das Rückenmark (lateinisch Medulla spinalis) ist ein wesentlicher Bestandteil des zentralen Nervensystems, der innerhalb des knöchernen Wirbelkanals der Wirbelsäule entlang läuft und über die so genannten Spinalnerven die Arme und Beine, den Rumpf sowie den Halsbereich versorgt. Es befinden sich auf engstem Raum innerhalb des Rückenmarks wichtige anatomische Strukturen, so z.B. Leitungsbahnen für die Sensibilität und Sensorik (Gefühl für Berührung, Temperatur, Gelenkstellung, Druck, …), die Motorik sowie für die vegetativen Funktionen (Blasen- und Darmfunktion, Schweißregulation usw.). Eine Fülle von Krankheits- bzw. von Verletzungsfolgen können zu Einschränkungen der Rückenmarksfunktionen führen – allein die Zahl der Patienten mit Verkehrs-, Sport-, Haushalts- und Arbeitsunfälle bedingten Querschnittssyndromen wird auf ca. 50.000 in der Bundesrepublik geschätzt. Je nach Höhe der Rückenmarksschädigung ergeben sich körperliche Einschränkungen, deren augenfälligstes Merkmal die Lähmungen [Lähmung beider Beine (Paraparese, Paraparalyse) oder allseitige Lähmung (Tetraparese, Tetraparalyse)] sind.
Rückenmarksschädigungen sind durch eine Reihe häufiger Erkrankungen möglich: Rückenmarksentzündungen (Myelitis, Multiple Sklerose), Durchblutungsstörungen (z.B. embolische Ursache), degenerative Knochenprozesse (wie beispielweise verschleißbedingte Veränderungen im Bereich der Wirbelkörper mit Druck auf das Rückenmark im Rahmen der Myelopathie), Druck auf die Nervenwurzel bzw. das Rückenmark im Rahmen von Bandscheibenvorfällen, Durchtrennung von Rückenmarksstrukturen (komplette oder inkomplette Querschnittlähmung).