AHG - Allgemeine Hospitalgesellschaft Aktiengesellschaft: Abhängigkeitserkrankungen  
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Diagnose der Medikamentenabhängigkeit

Die Diagnose der Medikamentenabhängigkeit ist wegen unterschiedlicher Konsummuster und Abhängigkeitsverläufe schwierig. Ein Teil der Abhängigkeiten bewegt sich im Rahmen der ärztlichen Verordnung (Niedrigdosisabhängigkeit) und wird erst beim Absetzen des Medikaments deutlich. Die den ursächlichen Krankheitssymptomen ähnelnden Absetzphänomene werden nicht als Entzugszeichen gewertet, sondern als Bestätigung des Krankseins und der Notwendigkeit weiterer Medikamenteneinnahme.

Schätzungsweise ein Drittel dieser Medikamente wird langfristig nur zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet und eingenommen.

Von Medikamentenmissbrauch spricht man, wenn Arzneimittel ohne Indikation zum Erzeugen bestimmter Zustände oder Befindlichkeiten eingesetzt werden.

Typische Hinweise auf das Vorliegen einer Medikamentenabhängigkeit können sein:

  • Dosissteigerung: Wenn mehr Tabletten als verordnet oder geplant eingenommen werden
  • Fixierung auf die Medikamente: Wenn man nicht mehr ohne Ihre Tabletten aus dem Haus geht, andere Formen der Hilfe ablehnt und sich eine Reduktion oder ein Absetzen der Medikamente gar nicht vorstellen können.
  • Indikationserweiterung: Wenn  Medikamente nicht bestimmungsgemäß eingenommen werden (Schlafmittel z.B. tagsüber um sich zu beruhigen).
  • Heimlichkeit: Wenn man sich Medikamente von verschiedenen Ärzten verschreiben lässt, dies verschweigt oder sich Medikamente auf dem „Schwarzmarkt“ besorgt.